Winterdepression - Was Sie wissen sollten - Ritter
11.12.2012

Winterdepression – Wenn die dunkle Jahreszeit die Stimmung trübt

Stimmungsschwankungen, verminderte Tatkraft und gesteigertes Schlafbedürfnis sind Symptome, die in den Wintermonaten viele Menschen einholen. Diese jahreszeitlichen Veränderungen von Stimmung und Aktivität werden in Fachkreisen „saisonal abhängige Depression“ (SAD) genannt. Was sich genau dahinter verbirgt und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie im Folgenden.

Ursachen

Vermutet wird eine Störung von zwei Botenstoffen im Gehirn, welche die Stimmung und Leistungsfähigkeit des Menschen beeinflussen. Es handelt sich dabei um einen Mangel an Melatonin und einen Überschuss an Serotonin. Eine große Rolle spielt dabei  das Licht, weshalb die Winter-Depression auch „Lichtmangel-Depression“ genannt wird. 

In den Wintermonaten wird es deutlich früher dunkel und zu wenig Tageslicht trifft die Netzhaut der Augen. Auf den Mangel an Tageslicht reagiert die Zirbeldrüse im Gehirn mit einer Melatoninausschüttung. Melatonin ist verantwortlich für die Aufrechterhaltung des Schlaf-Wach-Rhythmus‘. Durch den Überschuss an Melatonin im Gehirn kommt es zu Schlappheit, Müdigkeit und sinkender Laune.   

Symptome

Die Winter-Depression kennt die gleichen Symptome wie die „normale“ Depression, jedoch meist weniger ausgeprägt. Typische Symptome einer Depression sind Freud- und Interessenlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Mut-, Energie- und Hoffnungslosigkeit. Betroffene fühlen sich elend, leer, grübeln unentwegt und isolieren sich.  Aber auch Reizbarkeit und gar Aggressivität können auftreten. 

Das Besondere der Winter-Depression ist, dass sie im Gegensatz zur „normalen“ Depression nicht mit Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust einhergeht, sondern durch ständigen Hunger und Gewichtszunahme gekennzeichnet ist. Schuld daran ist der Serotoninmangel, den der Körper mit großem Appetit auf Süßes auszugleichen versucht. 

Zudem tritt bei der Winter-Depression statt der Schlaflosigkeit ein vermehrtes Schlafbedürfnis auf, welcher wiederum mit dem Melatoninüberschuss zusammenhängt. Trotz ausreichend viel Schlaf fühlen sich Betroffene nicht erholt. Diese beiden kennzeichnenden Symptome der Winter- Depression werden begleitet von starker Niedergeschlagenheit. 

Was können Betroffene tun?

Da als Ursachen  Licht- und Aktivitätsmangel angegeben werden, hilft therapeutisch Sonne. Viele Menschen zieht es daher in den Wintermonaten in den Sonnenurlaub. Wenn dies nicht möglich ist, sollte einfach das vorhandene Lichtangebot genutzt werden. Tägliche Spaziergänge bei Tageslicht sind die beste Methode, dem Licht- und Aktivitätsmangel entgegen zu wirken.  

Gerade an grauen Herbst- und Wintertagen kostet es Überwindung, die eigenen vier Wände zu verlassen. Doch nur so kann dem sonst drohenden Teufelskreis entflohen werden. Andernfalls wird die Mattigkeit und Lustlosigkeit die verminderte Aktivität verstärken. Bewegung und Tageslicht wird vermieden und die Niedergeschlagenheit wächst. 

Menschen, die aufgrund von Immobilität die Wohnung nicht verlassen können, sollten zumindest darauf achten, Licht in die Wohnung zu lassen. Öffnen Sie gleich nach dem Aufwachen die Rollläden und Gardinen und es lassen es Tag werden in Ihrer Wohnung. 

Künstliche Lichttherapie, bei der Betroffene künstlichem Licht ausgesetzt werden, das dem natürlichen Sonnenlicht nachempfunden ist, beschreibt eine weitere Möglichkeit, die Winterdepression zu behandeln. Schon im Herbst angewandt, kann bei vielen Betroffenen ein Rückfall verhindert werden. In Einzelfällen kann Lichttherapie leichte Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen auslösen. 

Garantiert nebenwirkungsfrei und empfehlenswert ist daher der einfache, tägliche und doch wirkungsvolle Spaziergang. 

In dem Sinne: Carpe diem! – Nutze den Tag (und sein Licht)! 

Von: Martina Bliefernich | pm pflegemarkt.com GmbH