Mundgesundheit und Lebensqualität im Alter - Ritter
05.10.2012

Mundgesundheit und Lebensqualität im Alter

Mini-Implantate können die Lösung sein.

Bestimmende Einflussfaktoren der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität bei Senioren sind oft insuffiziente Prothesen, Zahnverlust, eingeschränkte Kauaktivität. Damit einhergehen, besonders im Zusammenhang mit einer unzureichenden prothetischen Versorgung, reduzierte soziale Kontakte und eine eingeschränkte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. 

Dass die prothetische Versorgung der Senioren verbesserungswürdig ist, zeigt eine aktuelle Studie des Autors an 1224 Senioren ab 60 Jahren und deren prothetischem Status. „Eine Verbesserung der Zahngesundheit im Alter sollte und muss ein Ziel in der Zukunft sein. Es gibt ausreichend Erfahrung, Weiterentwicklungen und Erneuerungen im Bereich der Zahnmedizin, damit Feststellungen wie 41 Prozent der untersuchten Fälle aus dieser Studie ohne Zähne der Vergangenheit angehören“. 

Damit betagte und hochbetagte wieder einen festen Zahnersatz bekommen gibt es eine altersspezifische Implantologie. Implantate haben sich seit Jahrzehnten bei der Behandlung älterer Patienten bewährt, und vielen Patienten kann mit einem implantatgestützten Zahnersatz neue Lebensqualität gegeben werden.

Primärer Faktor einer implantatretinierten Restauration ist eine optimal auf den älteren Patienten, seine allgemeine Gesundheit, seine Compliance und seinen finanziellen Background hin abgestimmte Versorgung. 

Das berührt einerseits die Frage, ob herausnehmbar oder festsitzend versorgt werden soll. Einerseits ist zu berücksichtigen, was dem älteren Patienten noch „zuzumuten“ ist, andererseits sind Implantate im restbezahnten oder zahnlosen Kiefer als optimale Versorgungsform Bestandteil prothetisch rehabilitativer Alterskonzepte. 

Durchmesserreduzierte Implantate wie die Mini Implantate sind zur Stabilisierung von Totalprothesen im zahnlosen Unterkiefer geeignet. Ebenso lässt sich mit diesen Implantaten auch schmale Kiefer versorgen. 

Zudem spricht die Möglichkeit, einen Patienten direkt nach erfolgter Implantation provisorisch oder definitiv prothetisch versorgen zu können. Oft können auch die bereits vorhandenen Prothesen weiter genutzt werden, da die nötigen Hilfsteile direkt in diese Prothese eingearbeitet werden. Somit muss sich der Patient nicht an eine neue Prothese gewöhnen. 

Ältere Patienten können so nach längerer Zahnlosigkeit effizient mit herausnehmbaren oder auch festsitzenden Restaurationen versorgt werden. Der chirurgische Zeitaufwand ist gering. Das Verfahren ist bereits bewährt, es ist wegen des minimal-invasiven Eingriffs und der unmittelbaren Versorgung äußerst patientenfreundlich. 

Die Versorgung mit Miniimplantaten steigert die Lebens- und Versorgungsqualität älterer Patienten erheblich, da Tragekomfort, Ästhetik und vor allem Funktion der Unterkieferprothese deutlich verbessert sind. 

Eine so verstandene Geroprothetik erfüllt die Ansprüche des älteren Patienten an Funktion, Komfort und Ästhetik und trägt gleichzeitig seiner Lebenssituation Rechnung. Dadurch wächst ebenfalls die Akzeptanz für den implantologischen Eingriff. 

Nicht zuletzt trägt das Konzept der Mini-Implantate die Option in sich, dass der Patient, angeregt durch sein anhaltend neues „Bissgefühl“, eine erweiterte bzw. höherwertige Versorgung in Betracht zieht. Den Mini-Implantaten gehört daher ein fester Platz innerhalb der prothetisch-rehabilitativen Alterskonzepte.

 

Weiterführende  Informationen zu dem Autor Dr. med. dent. Andreas Saal finden Sie auf pflegemarkt.com

Von: Dr.med.dent. Andreas Saal