Erweiterte Vorsorge beim Augenarzt - Glaukom-Vorsorge ist eine Igel Leistung - Ritter
01.07.2016

Erweiterte Vorsorge beim Augenarzt - Glaukom-Vorsorge ist eine Igel Leistung

Das Auge ist für viele Menschen das wichtigste Sinnesorgan des Körpers. Mit dem Auge nehmen wir unsere Umwelt wahr, sehen Gefahren auf uns zukommen und finden vielleicht die „Liebe auf den ersten Blick“.

Ein gesundes Auge ist daher besonders wichtig. Regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt können helfen, das Sehen bis ins hohe Alter zu ermöglichen. Selbst Krankheiten, die nicht primär das Auge betreffen können bei speziellen Augenuntersuchungen frühzeitig erkannt werden. Doch nicht alle Untersuchungsmethoden werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und müssen privat finanziert werden.

Die Glaukom-Vorsorgeuntersuchung z.B. ist eine der sogenannten IgeL-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung), für die der Patient selbst aufkommen muss. Bei dieser Vorsorgeuntersuchung wird zum einen der innere Augendruck gemessen und zum anderen der Sehnervenkopf untersucht. Als Sehnervenkopf wird der Punkt bezeichnet, an dem der Sehnerv in die Netzhaut übergeht. Bei Menschen mit einem grünen Star ist genau diese Struktur des Auges geschädigt.  Zwar ist der Augeninnendruck der Hauptrisikofaktor für ein Glaukom, aber dennoch hat jeder dritte oder vierte Betroffene bei der Untersuchung normale Augendruckwerte. Dies rührt daher, dass die Augendruck-werte schwanken können  wie bspw. auch der Blutdruck oder der Puls. Aufgrund dieser Tatsache wird fast die Hälfte aller Glukome bei einer alleinigen Untersuchung des Augendrucks nicht erkannt. Dagegen werden bei der Kombination mit der Prüfung des Sehnervenkopfes fast alle Glukome entdeckt. Der Berufsverband der Augenärzte empfiehlt daher eine Kombination aus den beiden Untersuchungen, um ein mögliches Glaukom frühzeitig zu erkennen. Wird im Rahmen der beiden Untersuchungen ein erhöhter Augendruck oder/und Auffälligkeiten beim Sehnervenkopf festgestellt, folgen weitere umfangreiche Untersuchungen, um eine sichere Diagnose stellen zu können. Zu den nachfolgenden Untersuchungen bei Auffälligkeiten gehört beispielsweise die Gesichtsfelduntersuchung, die Schäden des Sehnervs aufzeigen kann, wenn 30-50 % des Sehnervs betroffen sind. Im Regelfall werden Betroffenen nach der Diagnosestellung mit drucksenkenden Augentropfen behandelt.

Neben der frühzeitigen Erkennung eines Glaukoms können auch andere Krankheiten wie bspw. ein Schlaganfall und eine Diabeteserkrankung durch die Untersuchung der Augen erkannt werden. So kann beispielsweise durch die Untersuchung des Blutdrucks in den Augengefäßen das individuelle Risiko eines Schlaganfalls mit großer Wahrscheinlichkeit erkannt werden und ggf. gezielte Gegenmaßnahmen zur Risikominderung ergriffen werden. Eine regelmäßige  Untersuchung des Augenhintergrundes und damit der Netzhaut ermöglicht es zudem eine Diabeteserkrankung frühzeitig erkennen zu können, welches verantwortlich dafür ist, dass jährlich über 6000 Menschen neu erblinden. Im Verlauf der Diabetes Erkrankung werden die winzig kleinen Blutgefäße im Auge geschädigt und können anfangen zu bluten. Die Netzhaut des Auges ist die einzige Stelle am Körper, die einen Blick auf die Gefäße ermöglicht und Aufschlüsse über eine mögliche Diabetes Erkrankung geben kann.  Daher sollte unbedingt regelmäßig eine Diabetes-Vorsorge durchgeführt werden.

Sowohl die Diabetes-Vorsorge-Untersuchung als auch die Schlaganfall-Vorsorge-Untersuchung sind allerdings IgeL-Leistungen und werden nicht von der Krankenkasse bezahlt. Lassen Sie sich am besten bei Ihrem Augenarzt beraten, welche Untersuchungen individuell für Sie empfehlenswert sind.

Von: pm pflegemarkt.com GmbH