Die Praxisgebühr ist abgeschafft! - Ritter
11.02.2013

Die Praxisgebühr ist abgeschafft!

Vom ersten Tag an wurde die Praxisgebühr von den Ärzten als bürokratisch zu aufwendig und von den Versicherten als indirekte Beitragserhöhung kritisiert.

Die Absicht der Regierung war mit der Einführung der Praxisgebühr im Jahr 2004 jedoch vor allem, die Bürger von zu häufigen Arztbesuchen abzuhalten. Deutschland ist laut Studie von 2007 mit durchschnittlich 17 Arztbesuchen im Jahr je Versicherten weltweiter Spitzenreiter. Die häufigen Arztbesuche führten zu steigenden Kosten im Gesundheitswesen und bedeuteten für die Ärzte weniger Zeit für den einzelnen Patienten. Doch die erwünschte Steuerungswirkung blieb aus. 

Zwar nahmen die Krankenkassen rund 2,5 Mrd. € mit der Praxisgebühr mehr ein, aber die Anzahl der Arztbesuche nahm nicht ab. Es entwickelte sich eine „Vollkasko“-Mentalität, die dazu führte, dass wenn die Praxisgebühr schon einmal bezahlt wurde, die Versicherten vermehrt die ambulante ärztliche Versorgung in einem Quartal in Anspruch nahmen. 

Ob und wie die Abschaffung der Praxisgebühr sich auf die zukünftigen Zahlen der Arztbesuche sowie die Zeit, die Ärzte für Ihre Patienten haben auswirkt, kann an dieser Stelle nur spekuliert werden. Eindeutig ist jedoch, was sich für Sie bei Ihrem Arztbesuch verändert:

  1. Sie müssen keine zehn Euro mehr parat haben, wenn Sie einen Arzt aufsuchen. Achtung:  an der Zuzahlung (Eigenanteil) für Medikamente hat sich nichts geändert.
  2. Wenn Sie einen Facharzt aufsuchen möchten, können Sie dies jetzt wieder, ohne vorher eine Überweisung von Ihrem Arzt einzuholen. Diese belegte zuvor, dass Sie die Praxisgebühr bereits beim überweisenden Arzt entrichtet haben und ist jetzt nicht mehr notwendig.
Von: Undine von Hoyningen-Huene | pm pflegemarkt.com GmbH