Die Engel der Bahnhöfe - Ritter
08.04.2013

Die Engel der Bahnhöfe

Seit fast 120 helfen sie jedem, der Hilfe benötigt. Wir klären auf, dass gerade auch ältere Menschen können hier immer auf eine helfende Hand vertrauen können.

Wem bei der Bahnhofsmission nur Bilder von obdachlosen und drogenabhängigen Menschen in den Kopf schießen, der weiß wenig über die Bahnhofsmission. Ihr Hilfsangebot ist beinahe grenzenlos. Wir haben ein Interview mit Herr Mangat (seit 2,5 Jahren Leiter der Bahnhofsmission Hamburg) geführt, um mehr über die Hilfen der Bahnhofsmission zu erfahren.

Was ist eigentlich die „Mission“ der Bahnhofsmission?

Die Mission aller Mitarbeitenden ist einen Teil ihres Lebens für andere zur Verfügung zu stellen ohne vorher zu wissen, wer ihre Hilfe benötigt.

Wer arbeitet in der Bahnhofsmission?

Hier arbeiten 3 Generationen zusammen. Praktikanten, Hospitierende, feste Mitarbeiter, Auszubildende und viele, viele Ehrenamtliche.

Wem wird geholfen?

Jedem in Bahnhofsnähe, der Hilfe benötigt.  Wichtig zu erwähnen ist jedoch: Wir sind weder Dienstleister, Serviceangestellte oder Gepäckträger, wir helfen Hilfebedürftigen.

Wie oft und wie wird geholfen?

Es gibt tägl. ca. 300-400  Einsätze unterschiedlichster Art. Wir begleiten Menschen, die sich auf dem Bahnhof unsicher fühlen oder desorientiert sind. Wir helfen Menschen, die vielleicht ihr Ticket verloren haben (ggf. durch Vorfinanzierung von Tickets), wir vermitteln in Übernachtungshäuser, wenn jemand „gestrandet“ ist und wir bedienen soziale Belange aller Art, dazu gehört oft vor allem: Gespräche und Zuhören können. Einfach da sein.

Welche Ihrer Hilfeleistungen können besonders für ältere Menschen interessant sein?

Unsere Leistungen sind für Alt und Jung gedacht, aber gerade die Umsteighilfe wird gerne in Anspruch genommen.  Lange Zugfahrten sind anstrengend und das Umsteigen in einen anderen Zug auf einem fremden Bahnhof kann ältere Menschen unsicher machen. In dieser Situation helfen wir und sorgen dafür, dass sie sicher ihr Ziel erreichen. Seit Neuestem bieten wir auch die Begleitung in Regionalzügen an. So können ältere Menschen sicher und mit unserer Unterstützung ihre Verwandten in ganz Deutschland besuchen. Wichtig ist allerdings: medizinische oder pflegerische Leistungen können wir nicht erbringen!

Wie finde ich heraus, wo es eine Bahnhofsmission in meiner Nähe gibt? 

Eine Übersicht mit unseren über 100 Standorten (nur Fernbahnhöfe) finden Sie im Internet unter www.bahnhofsmission.de. Aber auch im Telefonbuch, bei der Telefonauskunft und nicht zuletzt im örtlichen Rathaus erhalten Sie Informationen zu unseren Standorten. 

Wer unterstützt und finanziert eigentlich die Bahnhofsmission?

Die Träger sind immer kirchlich. ALLE unsere Hilfeleistungen werden ausschließlich über Spenden finanziert.

Kann ich als Privatperson der Bahnhofsmission helfen?

Ja, es gibt viele Möglichkeiten: Spenden Sie uns Ihre Zeit z.B. als Spendensammler, spenden Sie uns Ihr Knowhow oder vermitteln Sie uns helfende Kontakte. Es können aber auch gerne materielle Dinge sein z.B. helfen Sie uns immer mit Toilettenpapier, Kopierpapier oder einfach einem Pfund Kaffee. Speisen- und Kleidungsspenden können in der Bahnhofsmission nicht entgegengenommen werden. Für diese Spendenarten gibt es spezialisierte Einrichtungen, wie z.B. die Kleiderkammern.

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Kein Tag ist wie der andere. Ich muss mit Unerwartetem umgehen, arbeite in einem heterogenen Team, habe keine feste Zielgruppe und erfinde mich immer wieder neu.  

Wir bedanken uns herzlich bei Herr Mangat für dieses Interview!