Diabetisches Fußsyndrom - Ritter - Ritter
09.05.2012

Diabetisches Fußsyndrom

Wie entsteht das Diabetische Fußsyndrom? Was sind die Risikofaktoren, die zu einer Erkrankung führen können? Wie kann man die Erkrankung verhindern bzw. erste Anzeichen erkennen?

Diabetes mellitus – auch Zuckerkrankheit genannt – ist eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die weltweit bei rund 190 Millionen Menschen diagnostiziert ist. In den nächsten 10 Jahren wird der Anstieg auf circa 333 Millionen erwartet. Als eine Komplikation dieser Erkrankung hat jeder zehnte Diabetiker irgendwann ein Fußgeschwür, was nicht selten sogar zu Amputationen führen kann. 

Die Hauptursachen für die Entstehung des diabetischen Fußsyndroms sind Nervenschädigungen und Durchblutungsstörungen.

Die Nerven werden aufgrund des oft jahrelangen schlecht eingestellten Blutzuckers und damit einhergehende starke Schwankungen des Blutzuckerspeigels geschädigt. Diese Schädigung der Nerven wird auch als Polyneuropathie bezeichnet.

Erste Symptome sind Störungen der Sensibilität in den unteren Extremitäten wie Kibbeln in den Füßen, was von vielen Betroffenen auch oft als „Ameisenkrabbeln“ beschrieben wird. Aber auch stechender Schmerz – oft im Ruhezustand und nachts können erste Anzeichen einer sogenannten sensorischen Nervenschädigung sein. Oft führt das zur Wahrnehmungsstörung von Reizen wie Temperatur, Druck, Vibration und Berührung und damit zur erhöhten Verletzungsgefahr durch schlecht passendes Schuhwerk oder auch fehlender oder falscher Fuß- und Nagelpflege.

Wegen der geringen oder auch fehlenden Schmerz- bzw. Druckempfindung, werden diese kleinen Druckstellen oder Verletzungen dann von den Betroffenen oft nicht oder zu spät bemerkt.

Durchblutungsstörungen entstehen aufgrund von Ablagerungen an den Gefäßwänden. Dadurch kommt es zu einer Verengung oder sogar Verstopfung der Blutgefäße.  Diese Störung der Durchblutung führt zu einem Mangel an Nährstoffen und Sauerstoff im Gewebe und damit zu einer schlechten Wundheilung im Fall von Verletzungen.

Als Folge dieser oft anfänglichen „Bagatellverletzungen“, entstehen Wunden, die sich infizieren und schlecht oder gar nicht mehr abheilen. Ist die Erkrankung erst einmal diagnostiziert, ist eine Behandlung oft schwierig und langwierig. Dabei sind 70% aller Amputationen an den Füßen und Unterschenkel bei Diabetikern notwendig.

Das wichtigste bei der Vorbeugung ist die bestmögliche Einstellung des Blutzuckers sowie eine professionelle Fußpflege. Dabei kann jeder Diabetiker selbst die empfohlene Inspektion der Füße auf Druckstellen, Schwielen sowie (Bagatelle)Verletzungen erlernen. Auch Familienangehörige können das in speziellen Schulungen erlernen. Informationen zu Schulungen in Ihrer Umgebung erhalten Sie von Ihrem Arzt, Diabetologen oder Ihrer Krankenkasse.

Lassen Sie sich von professioneller Fußpflege beraten und behandeln! Nur so können beispielsweise Hornhautschwielen verletzungsfrei entfernt und die Fußnägel professionell gepflegt werden. Auch das Tragen von geeignetem Schuhwerk – unter Umständen mit erforderlichen Einlagen zur Druckentlastung – ist enorm wichtig zur Prävention des diabetischen Fußsyndroms.

Von: Sindy Meding-Rösner