Der Personalschlüssel ist "Auslegungssache" der Länder - Ritter
03.02.2012

Der Personalschlüssel ist "Auslegungssache" der Länder

Der Wohlfahrtsverband "Der Paritätische Sachsen" hat die Personalausstattung von Pflegeheimen bundesweit verglichen und ist zu interessanten Ergebnissen [1] gekommen:

Zwar gilt das Pflegeversicherungsgesetzt bundesweit, jedoch werden die Bedingungen auf Länderebene unterschiedlich ausgestaltet.  Resultat sind regionale Qualitätsschwankungen in der Pflege zu Lasten der Pflegebedürftigen und  Pflegenden. Während z.B. in Nordrhein-Westphalen Pflegebedürftige täglich rund 105 Minuten Pflege erhalten, sind es in Hamburg nur  rund 98 Minuten und in Mecklenburg-Vorpommern sogar nur 83 Minuten.

Nicht nur die Pflegezeiten unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, sondern auch die Anzahl der Mitarbeiter/-innen, die sich um die Pflegebedürftigen kümmern.  In Baden-Württemberg kommen 41,5 Mitarbeiterstellen auf 100 Pflegebedürftige, in Berlin 36,7 und in Schleswig-Holstein 34,3 Mitarbeiterstellen auf 100 Pflegebedürftige. Zwischen dem Ersten und Letzten des Ländervergleichs liegen ganze 10 Mitarbeiterstellen, die auf 100 Pflegebedürftige kommen und eine knappe halbe Stunde (26 Minuten) Pflegezeit, die jedem Bewohner zu teil werden soll.

Wie kann es trotz eines Pflegeversicherungsgesetztes, das gleiche sachliche, qualitative und personelle Anforderungen an Pflegeeinrichtungen stellt,  zu so unterschiedlichen Ausgestaltungen der Leistungen kommen? Brigitta Müller-Brandeck, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des „Paritätischen Sachsen“ kritisiert diese Umstände als „unverständlich und nicht akzeptabel“ und fordert eine einheitliche Regelung auf Bundesebene. Die folgende Tabelle zeigt einen Überblick über den Ländervergleich: