Das Gedächtnis - Wie funktioniert dieses komplexe System? - Ritter
10.05.2013

Das Gedächtnis

Das Gedächtnis ist ein komplexes System, dessen Leistung im Alter nachlässt. Erfahren Sie, wie Sie diesem natürlichen Prozess positiv entgegenwirken können.

Jeder kennt die Situation, dass bestimmte Dinge einem nicht mehr einfallen oder einzelne Wörter entfallen. Das kann daran liegen, dass die Gedächtnisleistung abnimmt. Um dies zu verhindern,  besteht die Möglichkeit, in jedem Lebensalter das Gedächtnis aktiv zu stärken.

Was ist das Gedächtnis und wie funktioniert es? 

Das Gedächtnis ist ein Informationsspeicher, der Erfahrungen, Werte, Emotionen speichert und verarbeitet.
An jedem Tag und in jeder Situation nimmt der Mensch Sinneseindrücke wahr, macht Erfahrungen und lernt Neues. Dabei wird das Gehirn durch einen natürlichen Mechanismus vor der Überforderung durch eine Informationsflut geschützt. Das Gedächtnis sortiert und bewertet das Erfahrene und verarbeitet nur das Wichtigste. Dementsprechend werden unwichtige Dinge vergessen. Das Gedächtnis speichert  vor allem Erinnerungen, die für die Gegenwart oder die Zukunft von Bedeutung sind. Auf Grundlage des Gedächtnisses werden Entscheidungen getroffen oder Bewertungen vorgenommen. Dazu tragen verschiedene Formen des Gedächtnisses bei.

Formen des Gedächtnisses

Das Gedächtnis kann in zwei wesentliche Formen unterschieden werden. Das explizite Gedächtnis speichert gezieltes Wissen. Hierunter fällt das Faktengedächtnis, was Schulwissen oder generelle Zusammenhänge, wie z. B. den Namen von Hauptstädten abspeichert. Im episodischen Gedächtnis sind eigene Erinnerungen über Ereignisse im Leben wie der letzte Urlaub oder der erste Kuss abgelegt.

Bei der zweiten Form des impliziten Gedächtnisses werden Erlebnisse unbewusst abgespeichert. Das Wahrnehmungsgedächtnisspeichert Muster, wonach Äpfel z. B. essbar und angestellte Herdplatten heiß sind. Im prozeduralen Gedächtnis werden außerdem Routinen und Abläufe, wie das Radfahren hinterlegt. Die zuletzt zu nennende Gedächtnisform stellt das Arbeitsgedächtnis dar, welches auch als Kurzeitgedächtnis bekannt ist. Hier werden Ereignisse gespeichert, die zwar nicht langfristig relevant sind, aber in nächster Zukunft. Es hilft beispielsweise, die Informationen aus einem Telefonat an eine andere Person weiterzugeben. 

Wie kann das Gedächtnis gestärkt werden?

Für das Training des Gedächtnisses muss man nicht zwanghaft versuchen, sich Zahlenreihen zu merken oder Gedichte auswendig lernen. Bereits Bewegung beeinflusst das Gedächtnis positiv, indem sich Nervenzellen besser vernetzen und neue entstehen. Und auch die tägliche Ernährung kann das Gedächtnis beeinflussen. Wenn diese ausgewogen ist, baut das Gedächtnis weniger schnell ab. 

Zudem sollte die Neugier an Neuem aufrechterhalten werden. Wer die Bereitschaft hat, auch im Alter neue Dinge zu lernen, hält sich geistig fit. Dabei können z. B. die Enkel helfen, die mit technischen Neuerungen meistens gut vertraut sind und diese gut erklären können. Zuletzt sind soziale Beziehungen von großer Bedeutung für das Gedächtnis. Durch die Interaktion mit Freunden oder Familie, werden in Gesprächen große Teile des Gehirns beansprucht, da Mimik interpretiert und Aussagen eingeordnet werden müssen.

Zusammengefasst wird das Gehirn positiv beeinflusst durch:

  • Bewegung
  • Ausgewogene Ernährung
  • Neugier auf Neues
  • Bereitschaft, Neues zu lernen
  • Soziale Beziehungen


Wer gezielt seine Gedächtnisleistung steigern möchte, kann dies mit Hilfe von Gedächtnistraining tun. In speziellen Ratgebern und zahlreicher Literatur wird beschrieben, welche Gestaltungsmöglichkeiten es für das Training gibt.
Finden Sie sich also nicht mit einer abnehmenden Gedächtnisleistung ab, sondern pflegen Sie sie aktiv!

Quelle

http://dasgehirn.info

Von: Undine von Hoyningen-Huene | pm pflegemarkt.com GmbH