Alterssichtigkeit (Presbyopie) - Ritter
07.10.2013

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Siegen. Ab etwa Mitte 40 nimmt die Sehkraft für die Nähe aufgrund nachlassender Elastizität der Linsen ab. Bemerkbar macht sich diese typische Alterserscheinung zuerst durch Schwierigkeiten beim Lesen v. a. kleiner Schrift. Die Einschränkungen konnten bislang nur mit einer Lesebrille ausgeglichen werden. Mittlerweile liegen mit der lasergestützten Twinfocus-Behandlung, einer speziell auf die Bedürfnisse älterer Patienten abgestimmten Variante der LASIK-OP, sowie dem KAMRATM-Inlay gleich zwei erprobte und sichere Verfahren vor, die im Idealfall den Verzicht auf Sehhilfen ermöglichen. Prof. Dr. Andreas Frohn, Facharzt für Augenheilkunde und Spezialist für refraktive Chirurgie mit eigener Augenklinik in Siegen, erläutert die Möglichkeiten und Grenzen der unterschiedlichen Behandlungsmethoden.

Twinfocus

Im Rahmen der Twinfocus-Laserbehandlung wird ein Auge so korrigiert, dass es Gegenstände im Nahbereich fokussieren kann, und das andere so, dass eine gute Fernsicht ermöglicht. Dieses Verfahren, auch als „Monovision” bekannt, nutzt die Eigenschaft des menschlichen Gehirns, die Bilder beider Augen zu einem stimmigen Gesamtbild zu vereinen. Die Patienten nehmen daher nicht bewusst wahr, dass ein Auge auf Nah- und das andere auf Fernsicht ausgerichtet ist. Die Operation dauert in der Regel nur wenige Minuten, ist schmerzarm und wird ambulant durchgeführt. Schon wenige Stunden nach der Behandlung ist in den meisten Fälle scharfes Sehen ohne Brille oder Kontaktlinse wieder möglich. Voraussetzung ist eine ausreichende Hornhautdicke.  

KAMRATM-Inlay

Bei dieser neuartigen Behandlungsmethode wird ein ringförmiges Scheibchen mit winziger Öffnung unter die Hornhaut eines Auges eingefügt. Das Implantat fungiert als eine Art „Lochblende” und macht scharfes Sehen auch in der Nähe wieder ohne Lesebrille möglich. Da das KAMRATM-Inlay besonders die Nahsicht verbessert, wird es in das nicht-dominante Auge eingesetzt. Das dominante Auge ermöglicht weiterhin gutes Sehen in der Ferne. Auf Wunsch kann diese Behandlungsmethode auch mit einer LASIK-OP bzw. dem Einsatz einer Kunstlinse kombiniert werden. Voraussetzung für den Einsatz eines KAMRATM-Inlays ist allerdings eine ausreichend dicke Hornhautschicht.

Multifokallinsen

Auch ein Linsentausch kann zu einem besseren Durchblick im Alter beitragen. Dabei wird die natürliche, oft schon etwas trübere Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Die Implantation von Kunstlinsen stellt für die Behandlung von Alterssichtigkeit eine oft gewählte, gut verträgliche und sichere Behandlungsoption dar. Da moderne Multifokallinsen („Mehrstärkenlinsen”) aus elastischem, faltbarem Material bestehen, ist für die Implantation nur ein winziger Schnitt notwendig, was die Heilungsphase deutlich verkürzt. Weitere Vorteile sind, ihre lange Haltbarkeit und der Umstand, dass durch den Einsatz einer Kunstlinse weiterer altersbedingter Verschleiß der natürlichen Linse ausgeschlossen werden kann. Im Gegensatz zu herkömmlichen Linsen verfügen Multifokallinsen über mehrere Brennpunkte. Dadurch können Patienten sowohl bei der Fern- als auch bei der Nahsicht weitestgehend auf die Brille verzichten. Ermöglicht werden diese optischen Eigenschaften durch hauchdünne Stufen, die allerdings als Lichtbrechungsphänomene beim Autofahren oder bei der PC-Arbeit stören können. Der in der Regel schmerzarme ambulante Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist eine Alternative zu den laserchirurgischen Verfahren.  

Informationen und Termine:

Prof. Dr. med. Andreas Frohn
Bismarckstraße 10
57076 Siegen-Weidenau 
Telefon 0271 770267-11
info@augenlasern-siegen.de 
www.augenlasern-siegen.de